Kocher jagst radweg
Gottfried „Götz“ von Berlichingen zu Hornberg, der fränkische Reichsritter mit der eisernen Hand, wurde um 1480, vermutlich auf Burg Berlichingen, geboren. Mit 17 Jahren wandte er sich dem Waffenhandwerk zu, das er sein ganzes Leben lang ausüben und das ihm seinen zweifelhaften Ruhm einbringen sollte. Sein Leben war bestimmt durch zahlreiche Fehden. In seiner Autobiographie nennt er fünfzehn Kriegs- und Fehdeereignisse in eigenen Angelegenheiten und zahllose Streitereien für Freunde und hohen Herren in deren Sachen. Es war die Zeit als das “edle” Rittertum zu Ende ging und viele Ritter ihr mehr oder weniger berechtigtes Recht mit Waffengewalt durchsetzten, um Lösegeld und Beute zu erlangen.  Kampf zum Schutz Unterdrückter war weniger ihr Anliegen. Im Zuge einer dieser Fehden verbrachte der Ritter einige Tage im Heilbronner Bollwerksturm in Haft. 1504 verlor Götz bei der Belagerung Landshuts durch einen Schuss aus einer Feldschlange die rechte Hand. Götz ließ sich eine eiserne Prothese anfertigen, bei der sich die Finger in drei Gelenken bewegen ließen, außerdem konnte das Handgelenk auch abgewinkelt und gegenüber dem Armstulp gedreht werden. Als der sogenannte Odenwälder Haufen im Bauernkrieg 1525 in die Nähe seiner Burg kam, sah sich Götz gezwungen, einen Vertrag mit den Bauern zu schließen. Diese ernannten ihn zu ihrem Hauptmann. Bis heute weiß man nicht ob Götz während dieser Zeit nicht eher Gefangener der Bauern als ihr Hauptmann war. Nach Beendigung des Bauernkriegs wurde Götz vor dem Reichstag in Speyer angeklagt. Götz musste schwören, sich Zeit seines Lebens nur noch im Bereich seiner Burg Hornberg aufzuhalten, nie wieder ein Pferd zu besteigen und keine Nacht außerhalb des Schlosses zu verbringen. Götz starb am 23. Juli 1562 auf Burg Hornberg bei Neckarzimmern und wurde im Kreuzgang des Klosters Schöntal beigesetzt. Seine Autobiografie diente als Vorbild der gleichnamigen Hauptfigur in Johann Wolfgang von Goethes Schauspiel Götz von Berlichingen. Im Schauspiel wird Götz auch das so genannte Götz-Zitat zugeschrieben. Was Götz tatsächlich sagte war wohl: lex mihi mars. Des Lateins Unkundige machten daraus den derben Schwäbischen Gruß.

Götz von

Berlichingen

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